Können ETFs dazu beitragen, die Liquidität zu verbessern?

Woher Liquidität von ETFs stammt und welche Bedeutung dies für Investoren hat

Obwohl Exchange Traded Funds (ETFs) bei vielen Anlegertypen immer beliebter werden, tauchen mitunter auch Missverständnisse über ETFs auf. Zum Teil wird behauptet, dass sie eine geringere Liquidität aufweisen als andere Investments oder schwerer zu verkaufen sind. Tatsächlich ist allerdings genau das Gegenteil der Fall. ETFs sind nicht nur grundsätzlich einfach handelbar, sie können auch eine wichtige Rolle einnehmen, um Angebot und Nachfrage in Phasen erhöhter Volatilität ins Gleichgewicht zu bringen.

Unter normalen Bedingungen ist es selbstverständlich, dass der Markt liquide ist. Genügend Käufer und Verkäufer sorgen in der Regel dafür, dass es im Wertpapierhandel zu keinen dramatischen Preisschwankungen kommt.

Dieses Gleichgewicht kann bei Krisensituationen gestört werden. Dann treffen viele Verkäufer auf wenige Käufer. Als Liquiditätsrisiko bezeichnet man die Möglichkeit, dass ein Mangel an Liquidität dazu führt, dass sich Positionen schwierig und unter hohen Kosten auf- und vor allem abbauen lassen.

ETFs sind Fonds, die wie einzelne Wertpapiere über die Börse gehandelt werden. Und wie bei Investmentfonds und Wertpapieren hängt die Liquidität bei Investments in ETFs von den Marktbedingungen ab. Je liquider die Papiere sind, desto einfacher und kosteneffektiver können sie gehandelt werden.

Die Liquidität eines ETFs leitet sich aus zwei zentralen Quellen ab, die eng miteinander verbunden sind.

Da beim Handel von ETFs über die Börse die Einzeltitel des zugrundeliegenden Wertpapierkorbs selbst nicht gehandelt werden, ergänzt die Liquidität aus dem ETF-Handel die zugrundeliegende Marktliquidität.

Woher kommt die Liquidität eines ETFs? Die Liquidität leitet sich aus zwei zentralen Quellen ab, die eng miteinander verbunden sind.

Quelle 1: Der zugrundeliegende Wertpapierkorb des ETF

Wie Investmentfonds fassen ETFs einen Wertpapierkorb aus mehreren Einzeltiteln in einer Fondshülle zusammen. Diese Hülle wird dann in Anteile geteilt, die sich wie eine Aktie über die Börse handeln lassen. Das Kaufen und Verkaufen eines Wertpapierkorbs ist dabei viel einfacher und günstiger als wenn die Wertpapiere einzeln gehandelt werden.

Die Betrachtung der Liquidität von ETFs startet daher immer mit dem Korb und dem sogenannten Creation-Redemption-Prozess, also der Ausgabe und Rücknahme von Anteilen. Neue Anteile werden von autorisierten Marktteilnehmern (Authorized Participants - APs) ausgegeben. Dies sind spezialisierte Unternehmen, die einen repräsentativen Anteil eines ETF-Wertpapierkorbs im Austausch gegen ETF-Anteile kaufen und verkaufen. Die Anteile werden von Anbietern wie iShares bereitgestellt.

Da der Korb jederzeit in Anteile umgetauscht werden kann (und umgekehrt), ist ein ETF immer mindestens so liquide wie der zugrundeliegende Wertpapierkorb. Daher weist ein ETF auf US-amerikanische oder europäische Aktien mit hoher Marktkapitalisierung in der Regel eine höhere Liquidität und einen geringeren Spread auf als ein ETF, der einen Korb an internationalen Aktien mit geringer Marktkapitalisierung abbildet.

Quelle 2: Die Börse

Darüber hinaus verfügen ETFs über eine zweite Liquiditätsquelle: die Börse, wie zum Beispiel die Deutsche Börse. Nahezu alle Einzelinvestoren und Finanzberater handeln ETFs über die Börse.

Die Börsenliquidität von ETFs wird hauptsächlich durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Wie beim Handel mit Aktien schließen Käufer und Verkäufer mehrmals innerhalb eines Tages Handelsgeschäfte ab. Investoren profitieren davon, dass sie ETFs über diesen Markt kaufen und verkaufen können, ohne dass Anteile ausgegeben oder zurückgenommen werden müssen. Denn so sinken die Transaktionskosten und die Liquidität nimmt zu.

Die Börsenliquidität von ETFs wird hauptsächlich durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Wie beim Handel mit Aktien schließen Käufer und Verkäufer mehrmals innerhalb eines Tages Handelsgeschäfte ab.

Die meisten ETFs werden deutlich öfter über die Börse gehandelt als über den Creation-Redemption-Prozess. Investmentfonds unterscheiden sich bei diesem Aspekt grundlegend von ETFs, da ihre einzige Liquiditätsquelle der Fondsanbieter ist.

Liquiditätsrisiken in volatilen Märkten managen

In turbulenten Marktphasen gibt es häufig ein Ungleichgewicht zwischen der Anzahl von Käufern und Verkäufern. Was passiert mit ETFs, wenn es auf einmal deutlich mehr Verkäufer gibt?

In solchen Fällen kann der autorisierte Marktteilnehmer als Käufer aktiv werden und ETF-Anteile von Investoren erwerben. In einem solchen Fall entspricht der Preis dem Wert der Einzeltitel in dem entsprechenden Korb. Der AP tauscht die ETF-Anteile dann beim Anbieter gegen physische Anteile an den zugrundeliegenden Wertpapieren ein. Diese kann der AP auf dem Markt weiterverkaufen.

Indem die Anzahl der ETF-Anteile reduziert und damit das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage wiederhergestellt wird, kann die Liquidität auf dem Markt insgesamt verbessert werden.

Diese Informationen stellen keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung und auch keine sonstige Beratung dar. Sie enthalten auch keine Empfehlung darüber, ob eine Anlage in iShares® Fonds für einen einzelnen Investor geeignet sein könnte. Wenn Sie eine Anlageberatung wünschen, setzen Sie sich bitte mit Ihrem Broker oder Finanzberater in Verbindung. Wir empfehlen Ihnen, sich über die für Sie relevanten Wertpapier-, Steuer- und Rechtsfragen gründlich zu informieren, bevor Sie anlegen.