MONATSRÜCKBLICK AUGUST


Dr. Martin Lück 01.Sep.2020

iShares by BlackRock ist ein weltweit führender Anbieter von Exchange Traded Funds (ETFs), also börsengehandelten Indexfonds.* Mehr erfahren >

Kann die Fed liefern?

Volkswirtschaftliche Daten und Finanzmarktkennziffern bestätigten im August wieder einmal die gefühlte Zweiteilung der Welt. Während die BIP-Zahlen für Deutschland einen Einbruch der Wirtschaftsleistung um rund 10% im zweiten Quartal konstatierten, legte der DAX noch einmal um gut 5% zu. Das ist nicht ganz so irrational wie es auf den ersten Blick aussehen mag, denn der Aktienmarkt handelt die Zukunft, während die BIP-Zahlen einen Blick in den Rückspiegel darstellen, und in diesem Fall mit dem Lockdown von März und April ein besonders düsteres Bild vermitteln. Aber auch der erwartbare Sprung in der wirtschaftlichen Aktivität, welcher auf die Lockerung der coronabedingten Schließungsmaßnahmen folgte, hätte als Rechtfertigung für die Kurssprünge an den Aktienmärkten nicht ausgereicht. Es waren vielmehr die nie dagewesenen Unterstützungsmaßnahmen durch Geld- und Fiskalpolitik, die Investoren im August wie schon in den Monaten davor veranlassten, weiter beherzt ins Risiko zu gehen.

In 90 Sekunden: August 2020

iShares blickt auf die Ereignisse des letzten Monats zurück und gibt unsere Einordnung der Geschehnisse.

Noch stärker als hierzulande war der Kursanstieg in den USA, wo der breite Leitindex S&P 500 über den Monatsverlauf um rund 7% zulegte. Allerdings konzentrierte sich die Performance stark im Technologiesektor, dessen Unternehmen ihre Marktkapitalisierung in der post-März-Rally teilweise vervielfältigen konnten. Und während Anleger weltweit von US-Technologiefirmen kaum genug zu bekommen schienen, verabschiedete sich am deutschen Aktienmarkt mit Wirecard ein Unternehmen, das ebenfalls vor kurzem noch gefeiert worden war.

Bei den Zentralbanken, die mit ihren Covid-Rettungspaketen erheblich zur positiven Lage an den Aktienmärkten beigetragen hatten, wurden im August die Sorgenfalten tiefer. In Europa wertete der Euro noch einmal um 1,5% gegenüber dem US-Dollar auf und stand am 31. August bei 1,1936 USD, das sind 6,1% mehr als Anfang Juli. Für eine Zentralbank, die verzweifelt versucht, der Inflation wieder Leben einzuhauchen, ist das kontraproduktiv, vor allem, wenn der eigentlich vorgesehene Wirkungskanal für lockere Geldpolitik, nämlich die Kreditvergabe der Banken, aus verschiedenen Gründen nicht richtig funktioniert. Die Inflationsrate im Euroraum sackte derweil von 0,4% im Juli in den negativen Bereich, auf -0,2%. Die Kerninflationsrate, bei welcher schwankungsanfällige Komponenten wie Nahrungsmittel und Energiepreise herausgerechnet werden, ermäßigte sich weiter von 1,2% im Juli auf 0,4% im August. Für eine Zentralbank, deren selbst definiertes Ziel bei knapp 2% liegt, ist das zu wenig.

Besser hat es da die amerikanische Fed, denn die darf sich auf zwei Ziele konzentrieren. Und wenn die Inflation so niedrig ist wie derzeit und wenig dafür spricht, dass sie bald wieder steigt, widmet man sich eben dem anderen Ziel. Im Fall der Fed ist das ein hoher Beschäftigungsstand, also niedrige Arbeitslosigkeit. Und da gibt es ja einiges zu tun, denn infolge der Corona-Krise ist die Arbeitslosigkeit in den USA auf über 10% gestiegen. Nun hat, anlässlich des jährlichen Zentralbank-Symposiums in Jackson Hole, der Fed-Chairman Jerome Powell angekündigt, dass seine Behörde die Geldpolitik noch weiter lockern werde, um mehr Menschen zurück in Beschäftigung zu bringen. Sollte als Folge der Geldpolitik dann die Inflation über die 2%-Marke steigen, so Powell, würde man das in Kauf nehmen. Schließlich habe die Inflation jahrelang unterhalb der Zielmarke gelegen, da sei es gerechtfertigt, dass sie nun auch für eine Zeit darüber hinausgehen dürfe. Diese am Markt ‚Fed Shift‘ getaufte Strategiewende stellte, obwohl an den Anleihemärkten schon seit längerem erwartet und damit weitgehend eingepreist, das bei weitem bedeutendste ökonomische Ereignis des August dar.

Die Frage, welche sich in den nächsten Monaten anschließen wird, lautet: Kann die Fed liefern? Denn das Überschreiten des Inflationsziels anzukündigen ist eine Sache, das Ergebnis tatsächlich zu liefern eine andere. Investoren jedenfalls scheinen der Fed die Fähigkeit, höhere Inflation zu erzeugen, durchaus zuzutrauen. Seit längerem schon hat der Preis inflationsgeschützter Anleihen jenen für nominale Bonds outperformt. Und auch der Goldpreis, der im frühen August mit rund 2.050 USD pro Feinunze ein neues Allzeithoch erreichte, spricht dafür, dass mehr Anleger sowohl anhaltende Volatilität als auch steigende Inflation erwarten. Trotz eines leichten Rückgangs stand der Goldpreis Ende August noch knapp 30% über seinem Jahresanfangskurs.

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Risiken

Das vorliegende Material ist nicht als verlässliche Prognose, Untersuchung oder Anlageberatung zu verstehen und ist weder eine Empfehlung noch ein Angebot für den Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder für eine bestimmte Strategie. Wir empfehlen nachdrücklich, dass Sie sich vor einer Finanzanlage professionell beraten lassen. Eine Finanzanlage ist typischerweise mit gewissen Risiken verbunden. Der Wert einer Anlage sowie das hieraus bezogene Einkommen können Schwankungen unterliegen und sind nicht garantiert. Es besteht die Möglichkeit, dass der Anleger nicht die gesamte investierte Summe zurückerhält. Vergangene Wertentwicklung, Simulationen oder Prognosen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung und sollten bei der Auswahl eines Produkts nicht als alleiniges Kriterium herangezogen werden. Sowohl die Höhe der Steuer als auch ihre Berechnungsgrundlage können sich in der Zukunft ändern, beide sind außerdem abhängig von den persönlichen Verhältnissen des Anlegers. Es gibt keine Garantie dafür, dass Investitionen in Finanzmärkten einen wirksamen Schutz gegen Inflation bieten.

Anleger sollten ihre Investmententscheidungen auf Grundlage des laufenden Verkaufsprospekts, der jüngsten Jahresberichte sowie dem Dokument mit den wesentlichen Anlegerinformationen, die auf unserer Website in deutscher Sprache erhältlich sind, treffen. Die wesentlichen Anlegerinformationen zu den einzelnen Fonds finden Sie hier.

*iShares verfügt über mehr als zwanzig Jahre Erfahrung, ein weltweites Angebot von mehr als 800 börsengehandelten Indexfonds (auf Englisch: Exchange Traded Funds, ETFs) und 1,85 Billionen US-Dollar verwaltetes Vermögen. Die Fonds von iShares profitieren von der Portfolio- und Risikomanagement-Expertise des Vermögensverwalters BlackRock, der im Auftrag seiner Kunden mehr Geld verwaltet als jede andere Investmentgesellschaft (7,32 Billionen US-Dollar verwaltetes Vermögen, 30. Juni 2020).