Italien, Brexit, Trump: Ein historisch schwieriges Jahr

Felix Herrmann
Felix Herrmann
Kapitalmarktstratege
Dezember 2018

In Kürze:

  • Erstmals negative Jahresgesamterträge für den globalen Anleihen- sowie Aktienmarkt
  • Unsicherheit über die Weltkonjunktur und die Straffung der Geldpolitik könnten verantwortlich sein
  • Trotz Unsicherheit wachsen die wichtigen Volkswirtschaften weiter

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Ein historisch schwieriges Jahr

2018 war bis dato ein äußerst schwieriges Jahr an den Finanzmärkten. Möglicherweise verdient es sich am Ende sogar den Stempel „historisch schwierig“, denn wir könnten tatsächlich auf ein Novum zusteuern: negative Jahresgesamterträge bei globalen Anleihen und globalen Aktien gleichermaßen. Seit der Auflage des wichtigen globalen Rentenmarktindex Barclays Global Aggregate sowie des MSCI World Aktienindex wäre dies eine für Anleger bis dato noch nie dagewesene Erfahrung. Die Aktienmärkte dürften es schwer haben, noch den Plusbereich zu erreichen. Global wurden seit dem Kurshoch im Januar bereits rund fünf Billionen US-Dollar an Marktwert vernichtet. An den Rentenmärkten besteht zumindest noch Hoffnung auf ein grünes Vorzeichen zum Jahresende: Der Gesamtertrag an den globalen Anleihemärkten liegt seit Jahresanfang in etwa auf der Nulllinie.  

In früheren Jahren galt die Regel: Lief es an den globalen Aktienmärkten schlecht (wie etwa in den Jahren 2000-2002), sorgten die Anleihen in einem global diversifizierten Portfolio für eine Abfederung der Gesamtverluste. Umgekehrt verzeichneten die globalen Aktienmärkte in dem einzigen Verlustjahr seit Auflage des Barclays Global Aggregate im Jahr 1990 ein sattes Plus. Nun also die Aussicht auf negative Vorzeichen an beiden Fronten.

Den Ursachen auf der Spur

Die Ursachen für die synchrone Schwäche der Renten-und Aktienmärkte sind vielfältig. Sicher dürften die wachsende Unsicherheit über die Fortentwicklung der Weltkonjunktur sowie die gleichzeitige Straffung der Geldpolitik für dieses besondere Phänomen verantwortlich sein. Nun ist es aber so, dass es derartige Situationen in der Vergangenheit durchaus schon öfter gegeben hat. Der große Unterschied heute ist vielmehr die hohe Verwundbarkeit der Rentenmärkte. Aufgrund des niedrigen Zinsniveaus und der damit geringen laufenden Verzinsung vieler Anleihen fehlt aktuell schlicht und ergreifend der Puffer gegen steigende Zinsen, die mit fallenden Anleihekurse einhergehen.

Trotz all der gegenwärtigen Negativität und der gestiegenen Unsicherheit über die bevorstehende Entwicklung der Weltwirtschaft sollte man nicht außer Acht lassen, dass kaum ein wichtiger makroökonomischer Indikator auf eine unmittelbar bevorstehende Rezession hindeutet. Die Dynamik ist zwar rückläufig aber die wichtigen Volkswirtschaften sollten auf absehbare Zeit weiter wachsen. Dies bedeutet wiederum, dass die wichtigen Zentralbanken dieser Welt die Zinsschrauben weiter anziehen werden. Für die Rentenmärkte ergibt sich hieraus auch in Zukunft ein erhebliches potenzielles Maß an Gegenwind.

Die Aktienmärkte – insbesondere die in den letzten Quartalen so starken Märkte in den USA – bekommen den Gegenwind steigender Zinsen auch zu spüren, da viele Unternehmen höhere Zinsen auf ihr Fremdkapital zahlen müssen. Fallende Gewinnmargen ergeben sich für die Unternehmen aber auch durch höhere Importkosten aufgrund des Handelskrieges sowie durch höhere Löhne, welche die Arbeitnehmer aufgrund der engen Arbeitsmärkte fordern.

Das Portfolio für die Zukunft aufstellen

Wenngleich wir in 2019 vor diesem Hintergrund wohl abermals kleinere Brötchen backen müssen, kommt bei uns alles andere als Untergangsstimmung auf. Die Frage, die wir uns in diesen Tagen jedoch immer wieder stellen, lautet: Wie sollte man Portfolios in diesem Umfeld ausrichten?

Sinnvoll ist einerseits, die Qualität der Vermögenswerte im Portfolio zu erhöhen. Auf der Aktienseite sollte etwa der Fokus auf Unternehmen liegen, die in der Lage sind, den steigenden Margendruck an ihre Kunden weiterzugeben. Häufig sind das die größeren und etablierten Unternehmen – weniger die Kleinen. Auf der Anleiheseite ist insbesondere für Anleger in Europa die Sache deutlich schwieriger. Schließlich sind es gerade die sicheren Häfen, wie etwa deutsche Staatsanleihen, die über einen sehr geringen Zinspuffer verfügen und daher bei steigenden Zinsen rasch Verluste verzeichnen. Notwendig ist daher andererseits sicher auch, verstärkt auf Anlagemöglichkeiten jenseits der klassischen Assetklassen zu setzen – etwa auf alternative Investments. Zusätzlich sollte das Thema Nachhaltigkeit in den Portfolios eine größere Rolle spielen. Das „G“ in ESG kann beispielsweise die Wahrscheinlichkeit böser Überraschungen im Bereich Unternehmensführung reduzieren. Letztlich ist eine höhere Bargeldquote sinnvoll, um im Falle weiterer Ausverkäufe reagieren zu können.

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Ein diversifizierter, global anlegender ETF könnte auch bei der unsicheren weltpolitischen Lage eine sinnvolle Geldanlage sein. Wenn Sie mit einem ETF-Sparplan beispielsweise in den MSCI World Index anlegen, müssen Sie sich auch bei schwankenden Märkten wenig Gedanken um den "richtigen" Einstiegszeitpunkt machen. Durch den monatlichen Zukauf, stellt sich ein Durchschnittskosteneffekt ein. Wenn die Kurse fallen, kaufen Sie für Ihre Rate mehr Anteile, von denen Sie profitieren können, wenn die Kurse wieder steigen. 

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Risiken

Das vorliegende Material ist nicht als verlässliche Prognose, Untersuchung oder Anlageberatung zu verstehen und ist weder eine Empfehlung noch ein Angebot für den Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder für eine bestimmte Strategie. Wir empfehlen nachdrücklich, dass Sie sich vor einer Finanzanlage professionell beraten lassen. Eine Finanzanlage ist typischerweise mit gewissen Risiken verbunden. Der Wert einer Anlage sowie das hieraus bezogene Einkommen können Schwankungen unterliegen und sind nicht garantiert. Es besteht die Möglichkeit, dass der Anleger nicht die gesamte investierte Summe zurückerhält. Vergangene Wertentwicklung, Simulationen oder Prognosen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung und sollten bei der Auswahl eines Produkts nicht als alleiniges Kriterium herangezogen werden. Sowohl die Höhe der Steuer als auch ihre Berechnungsgrundlage können sich in der Zukunft ändern, beide sind außerdem abhängig von den persönlichen Verhältnissen des Anlegers. Es gibt keine Garantie dafür, dass Investitionen in Finanzmärkten einen wirksamen Schutz gegen Inflation bieten.

Anleger sollten ihre Investmententscheidungen auf Grundlage des laufenden Verkaufsprospekts, der jüngsten Jahresberichte sowie dem Dokument mit den wesentlichen Anlegerinformationen, die auf unserer Website in deutscher Sprache erhältlich sind, treffen. Die wesentlichen Anlegerinformationen zu den einzelnen Fonds finden Sie hier.

*BlackRock ist der führende ETF-Anbieter weltweit: Mit mehr als 800 ETFs und einem weltweit in ETFs verwalteten Vermögen von mehr als 1,9 Billionen US-Dollar. Keiner anderen Vermögensberatung weltweit wird mehr Geld anvertraut als BlackRock mit einem verwalteten Vermögen von insgesamt 6,52 Billionen US-Dollar (BlackRock, Stand: 31. März 2019). 

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