Mehr als Kaffee und Karneval

Felix Herrmann
Felix Herrmann
Kapitalmarktstratege
März 2019

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Karnevalshochburg auf Abwegen?

Mit seinem Kurs hat Brasiliens Präsident Bolsonaro Fragen aufgeworfen, ob Brasilien sich zur Diktatur entwickeln könnte. Zur Karnevalszeit zeigt sich das 210 Millionen-Einwohner-Land von seiner offenen Seite, doch viele Beobachter fragen sich: wohin steuert Brasilien?

Rio de Janeiro ist die Karnevalskapitale der Welt. Nirgendwo sonst wird Fasching so bunt, lange und enthusiastisch gefeiert wie in der Zuckerhutstadt. Jedes Jahr reisen mehr als eine Million Zuschauer aus aller Welt an, um die einzigartige Parade der Sambaschulen zu sehen. Sogar der Fußball spielt dann die zweite Geige. Die finale Punkteauszählung der Parade wird am Aschermittwoch im Fernsehen live übertragen und ist für die meisten Brasilianer ein Pflichttermin. Legt sich der bunte Trubel und sind die Touristen wieder auf dem Heimweg, schwindet normalerweise auch wieder das Interesse an Brasilien, die meisten Medien reisen mit den Touristen wieder heim.

Doch spätestens seit den Präsidentschaftswahlen im vergangenen Oktober hat sich das geändert. Das Medieninteresse an der größten Volkswirtschaft Lateinamerikas ist ungebrochen. Was ist passiert? Alles begann im Jahr 2015: In diesem Jahr schleppte sich zunächst Präsidentin Dilma Rousseff in ihre zweite Amtszeit, die, erschüttert durch Korruptionsskandale und eine wirtschaftliche Krise, in einem Amtsenthebungsverfahren endete. Ihr glückloser Nachfolger Michael Temer verlor danach eine Reihe von Ministern und musste zudem eine Vielzahl unpopulärer Vorhaben durchsetzen. Die innenpolitische Krise in Kombination mit anhaltender Gewalt, einer weiterhin ungebremsten Korruption und wirtschaftlichen Problemen sorgten schließlich für massive Unzufriedenheit in der Bevölkerung mit der Arbeit der linksgerichteten Regierung. Dieser unheilvolle Mix brachte 2018 Jair Bolsonaro ins höchste Staatsamt.

Mehr als Kaffee

Schon seit mehr als 150 Jahren ist Brasilien der größte Kaffee-Exporteur der Welt. Doch inzwischen verfügt das bodenschatzreiche Land nicht mehr nur über natürliche Rohstoffe, sondern auch über einen boomenden Hightech-Sektor. Im Verband mit den anderen BRIC-Nationen ist Brasilien als achtgrößte Volkswirtschaft mittlerweile ein bedeutender globaler Wirtschaftsmotor. Daher ist es gut, wenn die Nachfrage auf dem Binnenmarkt der 210 Millionen-Einwohner-Nation wieder Fahrt aufnimmt. Neuerdings richtet sich der Blick dabei verstärkt auf das Ausland: mit einem breiten Angebot an Rohstoffen über Konsumgüter bis hin zu Hightech und Dienstleistungen drängen immer mehr brasilianische Firmen auf südamerikanische und globale Märkte. So sind unter anderem der Flugzeugbauer Embraer, das Mineralölunternehmen Petrobras und der Getränkehersteller AmBev in ihren Industrien zu Schlüsselunternehmen geworden.

Brasilien: Grad der Urbanisierung von 2007-2017

(Quelle: Statista, Brasilien - Urbanisierung bis 2017, März 2019)

Neuer starker Mann

Seit dem 1. Januar 2019 lenkt der neue Präsident und Ex-Militär als starker Mann die Geschicke Brasiliens. Sein politischer Stil wird von ihm selbst als rechtskonservativ-traditionell bezeichnet, Beobachter beurteilen ihn auch wegen seiner homophoben, fremden- und frauenfeindlichen Kommentare noch weit weniger gnädig. Aufgrund seines Wahlkampf-Slogans „Brasilien über alles, Gott über allen“ verdiente er sich den Spitznamen „Tropen-Trump“ in Anlehnung an die Botschaften des 45. US-Präsidenten. Während die gesellschaftspolitischen Signale von Bolsonaro auch im eigenen Land mit teilweise sehr großer Skepsis aufgenommen wurden, gewährte ihm die Wirtschaft reichlich Vorschusslorbeeren für sein wirtschaftsliberales Wahlprogramm. Um mehr als zehn Prozent sprang der Bovespa-Index rund um seine Wahl nach oben. Wirtschaftlich herrscht in Brasilien daher auch wieder Goldgräber-Stimmung.

Mit iShares in Brasilien anlegen

Um eine der weltweit dynamischsten Volkswirtschaften auch für Anlegerinnen und Anleger zu erschließen, bietet iShares seit dem 1. Oktober 2018 den iShares MSCI Brazil UCITS ETF (DE) an. Mit diesem ETF lässt sich der brasilianische Markt breit für die Geldanlage erschließen.

Fondsspezifische Risiken

Anleger sollten beachten, dass der Wert von Anlagen in Schwellenländern stärkeren Schwankungen unterliegen kann als Anlagen in etablierteren Volkswirtschaften. Dies kann auf Unterschiede bei den allgemein anerkannten Rechnungslegungsgrundsätzen oder auf wirtschaftliche oder politische Instabilität zurückzuführen sein. Auslandsanlagen werden von Wechselkursbewegungen beeinflusst.
Kontrahentenrisiko: Die Insolvenz von Unternehmen, die Dienstleistungen, wie die Verwahrung von Vermögenswerten übernehmen, oder als Gegenpartei bei Derivaten oder anderen Instrumenten handeln, kann die Anteilsklasse Verlusten aussetzen.
Kreditrisiko: Der Emittent eines vom Fonds gehaltenen Vermögensgegenstandes zahlt möglicherweise fällige Erträge nicht aus oder zahlt Kapital nicht zurück. Kann ein Finanzinstitut seinen finanziellen Verpflichtungen nicht nachkommen, werden seine Vermögenswerte von den entsprechenden Behörden gegebenenfalls einer Wertberichtigung unterzogen oder umgewandelt (so genannte „Bail-in-Verbindlichkeiten“), um das Institut zu retten.
Währungsrisiko: Der Fonds legt in anderen Währungen an. Wechselkursänderungen wirken sich daher auf den Anlagewert aus. Derivate reagieren äußerst stark auf Änderungen des Vermögenswerts, der ihnen zugrunde liegt, und können die Höhe der Verluste und Gewinne steigern. Der Fondswert ist demzufolge größeren Schwankungen unterlegen. Die Auswirkungen auf den Fonds können größer sein, wenn Derivate auf umfassende oder komplexe Weise eingesetzt werden. Der Wert von Aktien und aktienähnlichen Papieren wird ggf. durch tägliche Kursbewegungen an den Börsen beeinträchtigt. Weitere Faktoren sind Meldungen aus Politik und Wirtschaft und wichtige Unternehmensereignisse und -ergebnisse.
Liquiditätsrisiko: Geringere Liquidität bedeutet, dass es nicht genügend Käufer oder Verkäufer gibt, um Anlagen leicht zu verkaufen oder zu kaufen.

 

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