Zunehmend unverzichtbar:
Anleihe-ETFs

Felix Herrmann
Felix Herrmann
Kapitalmarktstratege

iShares by BlackRock ist ein weltweit führender Anbieter von Exchange Traded Funds (ETFs), also börsengehandelten Fonds.* Mehr erfahren > 

Blog-Beitrag vom 16. Juli 2018

In einem diversifizierten Portfolio auch die Anlageklasse Anleihen zu berücksichtigen, ist unverzichtbar. Doch ein veränderter Sekundärmarkt treibt Aufwand und Kosten in die Höhe. Anleihe-ETFs können helfen.

Für Anleger – private wie professionelle – ist es im Aktienbereich prinzipiell möglich, diversifizierte Portfolios aus Einzeltiteln aufzubauen. Im Anleihebereich war das schon immer schwieriger, da die Zuteilungen am Primärmarkt in der Regel unter wenigen Playern ausgemacht werden und die Stückelungen im Handel am Sekundärmarkt oft sehr groß sind. Doch die Situation hat sich in den letzten Jahren noch einmal deutlich verschärft. Durch die veränderten regulatorischen Vorgaben halten Banken immer weniger Anleihen in ihren Büchern und füllen ihre traditionelle Rolle als Market Maker am Sekundärmarkt zunehmend weniger aus. Daraus folgen eine austrocknende Liquidität und als Konsequenz höhere Kauf-/Verkaufs-Spreads in vielen Anleihesegmenten. Selbst für institutionelle Anleger übersteigen – gerade bei niedrigem Zinsniveau – die Kosten für das aufwendige Trading und die durch hohe Spreads getriebenen Preise oft den zu erwartenden Ertrag.

Was also tun, wenn man auf Anleihen als Diversifikator nicht verzichten kann oder will? Gerade institutionelle Anleger, die zum Teil auf das Halten von Anleihen verpflichtet sind, wenden sich aus Kosten- und Fungibilitätsgründen zunehmend Anleihe-ETFs zu. Mit dem deutlich wachsenden Volumen sinken die Spreads für den ETF-Erwerb immer weiter und sind heute in vielen Fällen deutlich attraktiver als bei Einzelanleihen entsprechender Sub-Anleiheklassen. Die Entwicklung neuer ETF-Produkte bietet dabei vielfältige Möglichkeiten, immer granularer in Anleihen mittels ETFs zu investieren, zum Beispiel in Produkte mit unterschiedlichen Durationen im gleichen Segment. So lassen sich heute eigentlich alle gewünschten Schwerpunkte und Diversifikationsziele in einem Anleiheportfolio durch ETFs realisieren.

Möglich ist dies unter anderem dadurch, dass ETFs ähnlich wie im Aktienbereich zwar replizierend, aber nicht voll replizierend sind. Das „Sampling“ genannte Verfahren beruht darauf, dass der ETF mit weniger Titeln als der Vergleichsindex auskommt und dennoch dessen Risiko-Rendite-Profil möglichst vollständig nachbildet. Besonders Anleihen, bei denen die Handelbarkeit nicht gegeben ist oder die Spreads den Kauf zu Lasten der Performance teuer machen, werden ausgelassen.

„Es kann passieren, dass wir bei Auflegung eines neuen ETFs mit etwa 10% der im Index enthaltenen Titel starten. Dies war im November 2017 beim iShares Global Aggregate Bond UCITS ETF der Fall. Mit unserer Risiko- und Portfoliomanagementplattform Aladdin® sind wir wie kaum ein anderer in der Lage, mit gesampelten Anleiheportfolios dennoch die Index-Performance möglichst perfekt nachzubilden“, merkte der Spezialist David Schnautz, iShares EMEA Fixed Income Product Strategy, jüngst auf der iShares Investmentkonferenz in Frankfurt an. 

Aufgrund seiner Marktstellung bei passiven wie aktiven Kapitalanlagen verfügt BlackRock zudem über ein herausragendes Standing bei der Zuteilung von Erstemissionen von Anleihen. „Wir nutzen sukzessive die Opportunitäten, die sich auch am  Sekundärmarkt bieten. Wenn sich die Gelegenheit zum günstigen Einkauf ergibt, greifen wir zu. Über die Zeit enthalten die ETFs auf diese Weise immer mehr der Titel aus dem Index“, so Schnautz weiter.

Wer Portfolios von Privatanlegern betreut, kann von den Entwicklungen, die insbesondere von den institutionellen Investoren getrieben wurden, übrigens genauso profitieren. Denn Anleihe-ETFs bieten inzwischen ähnlich fein unterteilte Anlagemöglichkeiten, wie man es bei Aktien-ETFs bereits seit Jahren kennt. Und es gelten dieselben Regeln für ein umsichtiges Vorgehen im Sinne des Anlegers: Entscheidend für die Auswahl eines konkreten ETFs sind die Qualitätsmerkmale des jeweiligen Produktes bei der Indexreproduktion und auch seine Größe (d. h. das verwaltete Volumen). Denn Größe ist in aller Regel positiv mit der Liquidität an den Börsen bei Kauf und Verkauf der ETF-Anteile korreliert. Und höhere Liquidität steht in aller Regel für geringere Spreads beim Kauf. Beides sind übrigens oftmals gute Argumente, die für den Kauf von iShares ETFs sprechen. Denn wir haben nicht nur eine große Auswahl, sondern können auch etablierte Anleihe-ETFs mit großem auf sie konzentriertem Anlagevolumen bieten. Ein Vergleich lohnt sich.

 

 

Risiken

Das vorliegende Material ist nicht als verlässliche Prognose, Untersuchung oder Anlageberatung zu verstehen und ist weder eine Empfehlung noch ein Angebot für den Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder für eine bestimmte Strategie. Wir empfehlen nachdrücklich, dass Sie sich vor einer Finanzanlage professionell beraten lassen. Eine Finanzanlage ist typischerweise mit gewissen Risiken verbunden. Der Wert einer Anlage sowie das hieraus bezogene Einkommen können Schwankungen unterliegen und sind nicht garantiert. Es besteht die Möglichkeit, dass der Anleger nicht die gesamte investierte Summe zurückerhält. Vergangene Wertentwicklung, Simulationen oder Prognosen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung und sollten bei der Auswahl eines Produkts nicht als alleiniges Kriterium herangezogen werden. Sowohl die Höhe der Steuer als auch ihre Berechnungsgrundlage können sich in der Zukunft ändern, beide sind außerdem abhängig von den persönlichen Verhältnissen des Anlegers. Es gibt keine Garantie dafür, dass Investitionen in Finanzmärkten einen wirksamen Schutz gegen Inflation bieten.

Anleger sollten ihre Investmententscheidungen auf Grundlage des laufenden Verkaufsprospekts, der jüngsten Jahresberichte sowie dem Dokument mit den wesentlichen Anlegerinformationen, die auf unserer Website in deutscher Sprache erhältlich sind, treffen. Die wesentlichen Anlegerinformationen zu den einzelnen Fonds finden Sie hier.

*BlackRock ist der führende ETF-Anbieter weltweit: Mit mehr als 800 ETFs und einem weltweit in ETFs verwalteten Vermögen von mehr als 1,9 Billionen US-Dollar. Keiner anderen Vermögensberatung weltweit wird mehr Geld anvertraut als BlackRock mit einem verwalteten Vermögen von insgesamt 6,52 Billionen US-Dollar (BlackRock, Stand: 31. März 2019).