Altersvorsorgedepot, Riester oder Rürup: Welche Vorsorge passt zu wem?

Das Wichtigste in Kürze

  • Rund 15 Millionen Riester-Verträge bestehen derzeit in Deutschland und viele Sparer prüfen, wie sich das neue Altersvorsorgedepot (AVD) in ihre bestehende Altersvorsorge einfügt.1
  • AVD, Riester- und Rürup-Rente unterscheiden sich bei Förderung, Flexibilität, Kapitalanlage und Auszahlungsoptionen.
  • Bestehende Riester- und Rürup-Verträge müssen grundsätzlich nicht gekündigt werden; auch Kombinationen verschiedener Vorsorgeformen sind möglich.
  • Laut der BlackRock Altersvorsorge-Umfrage 2025 erwarten nur 41 % der Riester-Sparer, dass ihr Vertrag die benötigte Rendite für den Ruhestand erzielt.2
  • Welche Vorsorgeform sinnvoll sein kann, hängt von Faktoren wie Einkommen, Familienstatus, Beruf, Anlagehorizont und bestehender Vorsorge ab.

AVD, Riester- und Rürup-Rente gehören zu den staatlich geförderten Formen der privaten Altersvorsorge, unterscheiden sich jedoch deutlich bei Förderung, Flexibilität, Kapitalanlage und Auszahlungsmöglichkeiten.

Was bedeutet das AVD für meine bestehende Altersvorsorge?

Wer seine Rentenlücke kennt und sich bereits mit den Fördermöglichkeiten des AVDs beschäftigt hat, steht oft vor der nächsten Frage: Wie fügt sich das neue Modell in die bestehende Altersvorsorge ein? Schließlich verfügen viele Sparer bereits über einen Riester- oder Rürup-Vertrag und möchten wissen, ob diese Lösungen künftig ergänzt, ersetzt oder unverändert fortgeführt werden sollten. Hier lohnt sich ein genauer Blick auf die Unterschiede zwischen den einzelnen Vorsorgeformen.

Worin unterscheiden sich AVD, Riester und Rürup?

AVD, Riester-Rente und Rürup-Rente verfolgen dasselbe Ziel, nämlich den Aufbau einer staatlich geförderten, zusätzlichen Altersvorsorge. Die Wege dorthin unterscheiden sich jedoch deutlich.

Während die Riester-Rente traditionell auf Zulagen und Garantien setzt und die Rürup-Rente vor allem über steuerliche Vorteile gefördert wird, ist das AVD stärker auf langfristigen Vermögensaufbau am Kapitalmarkt ausgerichtet. Unterschiede bestehen zudem bei Flexibilität, Vererbbarkeit, Auszahlungsformen und den jeweils förderberechtigten Personengruppen.

Warum überprüfen viele Riester-Sparer ihre bestehende Vorsorge?

Wie aus unserer Umfrage hervorgeht,

  • Glauben nur 41 % der Riester-Sparer, dass ihr Vertrag die benötigte Rendite liefern wird.
  • Sehen nur 42 % derjenigen, die einen Riester Vertrag nutzen, ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
  • Ist die Mehrheit aller Befragten verunsichert. 81 % wünschen sich mehr Informationen, die ihnen helfen, sich effektiv auf den Ruhestand vorzubereiten.2

Hinzu kommt, dass ab 1. Januar 2027 keine neuen Rieser-Verträge mehr angeboten werden; bestehende Verträge bleiben jedoch bestehen.3

Sollte ich meinen Vertrag kündigen, übertragen oder ergänzen?

Eine pauschale Antwort gibt es nicht. Ob ein bestehender Riester- oder Rürup-Vertrag weitergeführt, ergänzt oder künftig in eine neue Vorsorgelösung überführt werden sollte, hängt von Faktoren wie Förderung, Kosten, Garantien und dem individuellen Anlagehorizont ab.

Bestehende Verträge müssen grundsätzlich nicht gekündigt werden. Gleichzeitig können verschiedene Vorsorgeformen parallel genutzt werden. Für Riester-Sparer könnte zudem künftig die Möglichkeit bestehen, vorhandenes Kapital in die neue Produktwelt zu übertragen. Wer bereits von staatlichen Zulagen oder steuerlichen Vorteilen profitiert hat, sollte diese bei seiner Entscheidung berücksichtigen und mögliche Alternativen sorgfältig prüfen.

Wie finde ich heraus, welcher Vorsorgemix zu mir passt?

Die passende Altersvorsorge beginnt nicht bei einem bestimmten Produkt, sondern beim persönlichen Vorsorgebedarf. Erst wenn klar ist, wie groß die voraussichtliche Versorgungslücke im Ruhestand ausfällt, lässt sich beurteilen, welche Rolle AVD, Riester-Rente oder Rürup-Rente in der eigenen Vorsorgestrategie spielen können.

Wer seine persönliche Rentenlücke noch nicht kennt, kann mit dem Rentenlückenrechner eine erste Orientierung erhalten. Auf dieser Grundlage lässt sich besser einschätzen, welche Förderung genutzt werden kann und welche Kombination verschiedener Vorsorgebausteine zur eigenen Lebenssituation passen.

Tabellenüberschrift
MerkmalAltersvorsorgedepotRiesterRürup
FörderungZulagen + SteuerförderungZulagen + SteuerförderungSteuerlicher Sonderausgabenabzug
ZielgruppeBreiter Kreis inkl. SelbstständigeVor allem sozialversicherungs-pflichtig BeschäftigteVor allem Selbstständige
KapitalanlageFonds, ETFs, Wertpapiere (laut gesetzlich definierter Positivliste)Durch Garantievorgaben eingeschränktAbhängig vom Vertrag
BeitragsgarantieNein bzw. optional über ProduktvariantenJaJe nach Tarif
AuszahlungRente oder AuszahlplanRente + Teilkapital möglichNur lebenslange Rente
VererbbarkeitJe nach Auszahlungsart möglich EingeschränktStark eingeschränkt
FlexibilitätHochMittelGering

Wichtige Begriffe

Altersvorsorgedepot (AVD): Neue Form der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge in Deutschland mit Investments in Fonds, ETFs und andere geeignete Wertpapiere.

Riester-Rente: Staatlich geförderte private Altersvorsorge mit Zulagen und steuerlichen Vorteilen, insbesondere für Arbeitnehmer und Familien.

Rürup-Rente: Steuerlich geförderte Altersvorsorge für Selbstständige, Freiberufler und Gutverdiener.

Rentenlücke: Differenz zwischen dem voraussichtlichen Einkommen im Ruhestand und dem tatsächlichen Finanzbedarf.

Staatliche Förderung: Finanzielle Unterstützung des Vorsorgesparens durch Zulagen, Zuschüsse oder steuerliche Vorteile.

BlackRock Altersvorsorge-Umfrage 2025: Studie zu Wissen, Einstellungen und Erwartungen deutscher Sparer rund um die Altersvorsorge. Für die Umfrage wurden vom 18. Juli bis 12. August 2025 2.200 Erwerbstätige in Deutschland im Alter von 18-69 Jahren von Illuminas im Auftrag von BlackRock befragt.

Wichtige Fakten

  • Rund 15 Millionen Riester-Verträge bestehen derzeit in Deutschland.1
  • Nur 41 % der Riester-Sparer erwarten, dass ihr Vertrag die benötigte Rendite für den Ruhestand erzielt2
  • Nur 42 % der Riester-Sparer bewerten das Preis-Leistungs-Verhältnis ihres Vertrags positiv2
  • Mehr als die Hälfte der Gen Z und der Millennials plant, eine neue private Altersvorsorge abzuschließen oder bestehende Beiträge zu erhöhen. 2
  • 81 % der Befragten der Umfrage zur Altersvorsorge von BlackRock wünschen sich Informationen, die ihnen helfen, sich effektiv auf den Ruhestand vorzubereiten2
  • Ab dem 1. Januar 2027 können keine neuen Riester-Verträge mehr abgeschlossen werden.
  • Mit dem AVD steht künftig eine neue staatlich geförderte Form der privaten Altersvorsorge in Detuschland zur Verfügung.

Häufig gestellte Fragen und Antworten

Ja. Bestehende Riester-Verträge können grundsätzlich weitergeführt werden, auch wenn ab 2027 keine neuen Riester-Verträge mehr abgeschlossen werden können.

Die Reform sieht vor, dass bestehende Riester-Verträge in die neue Produktwelt überführt werden können.3 Ob eine Übertragung sinnvoll ist, hängt von den individuellen Vertragsbedingungen ab.

Ja. Die verschiedenen Formen der Altersvorsorge schließen sich grundsätzlich nicht gegenseitig aus und können kombiniert werden.

Vor allem Familien mit Kindern können weiterhin von den staatlichen Zulagen profitieren. Ob ein bestehender Vertrag attraktiv bleibt, sollte individuell geprüft werden.

Ein guter Ausgangspunkt ist die Berechnung der persönlichen Rentenlücke. Wer seinen Vorsorgebedarf kennt, kann besser beurteilen, welche Rolle Altersvorsorgedepot, Riester-Rente und Rürup-Rente in der eigenen Altersvorsorge spielen können.

Dein Kompass zum Altersvorsorgedepot

1 Bundesministerium für Arbeit und Soziales, https://www.bmas.de/DE/Service/Statistiken-Open-Data/Statistik-zu-Riester-Vertraegen/statistik-zu-riester-vertraegen.html , April 2026.
2 BlackRock „Alter, was kommt da auf uns zu?“; https://www.blackrock.com/de/privatanleger/literature/presentation/blackrock-umfrage-altersvorsorge-2025.pdf , November 2025.
3 Die Bundesregierung; Fragen und Antworten; Private Altersvorsorge wird attraktiver https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/reform-private-altersvorsorge-2400072 1. Juni 2026.