Martin Lück
Dr. Martin Lück
Leiter Kapitalstrategie BlackRock

In Kürze:

  • Schere zwischen Arm und Reich geht weiter auseinander
  • Eurozone: schwache Signale in Richtung konjunktureller Belebung
  • Mit Aktien langfristig investieren

iShares by BlackRock ist ein weltweit führender Anbieter von Exchange Traded Funds (ETFs), also börsengehandelten Fonds.* Mehr erfahren > 

Mario Draghi gab im Frühjahr dieses Jahres bei einer seiner Reden einen interessanten Satz zu Protokoll. Die niedrigen Leitzinsen in der Eurozone seien, so Draghi, nicht das Problem sondern lediglich das Symptom eines wiederum tieferliegenden Problems: Es gebe weltweit schlichtweg zu viele Ersparnisse und gleichzeitig zu wenige Möglichkeiten, wo diese Ersparnisse angelegt werden können.

Die Gründe für die „Sparschwemme“ sind vielfältig. Menschen legen heute beispielsweise mehr auf die hohe Kante, weil sie immer älter werden und entsprechend die Phase des Ruhestandes, in der kein Lohneinkommen mehr erzielt wird, einen immer größeren Teil des Lebens einnimmt. Auch die Tatsache, dass die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinandergeht, trägt zu höheren Ersparnissen bei. Bei einer ungleichen Einkommensverteilung ist das gesamte Sparvolumen in einer Volkswirtschaft deutlich höher als bei einer gleichverteilten.

Auf der anderen Seite sind interessante Investitionsmöglichkeiten aufgrund des rückläufigen Wachstumspotenzials in der industrialisierten Welt immer rarer gesät.

Dadurch, dass mehr und mehr Sparer um immer weniger Investitions- und Anlagemöglichkeiten konkurrieren, werden die realen Zinsen niedrig gehalten beziehungsweise immer weiter gedrückt. Zur Erinnerung: Der reale Zins ist der nominale Zins nach Abzug der Inflation.

Ein weiterer Grund für die seit etwa 1980 fallenden nominalen Zinsen ist aber natürlich auch die geringe Inflation selbst, die sich wiederum aufgrund der insgesamt schwachen gesamtwirtschaftlichen Nachfrage ergibt. Je geringer die Nachfrage nach Gütern und Investitionen in einer Volkswirtschaft ist, desto geringer ist Druck auf das Preisniveau.

Bei der Beantwortung der Frage, wie lange die Zinsen niedrig bleiben, muss man also einerseits zu einer Einschätzung darüber gelangen, wie sich die Inflationsrate entwickelt. Hierfür ist eine Beurteilung über den zukünftigen Konjunkturverlauf in Europa notwendig. Andererseits ist die langfristige Entwicklung der realen Zinsen von entscheidender Bedeutung. Diese können wohlgemerkt gar nicht direkt von der Zentralbank beeinflusst werden. Reale Zinsen werden vielmehr durch die tatsächlichen Wachstumsmöglichkeiten bestimmt. Eine Zentralbank kann lediglich das nominale Zinsniveau um den Verlauf des realen Zinsniveaus herum steuern.

Da es aktuell nur schwache Signale in Richtung einer konjunkturellen Belebung der Wirtschaft in der Eurozone gibt, wird die Inflation wohl auch in den kommenden Jahren nur sehr langsam steigen und somit nur sehr geringen Aufwärtsdruck auf die Zinsen in Europa ausüben. Bei den realen Zinsen, die ohnehin deutlich weniger agil sind als die nominalen, sehen wir ebenfalls wenige Möglichkeiten für einen raschen Anstieg. Hier wären für eine Bewegung Reformen notwendig, die die Wachstumsmöglichkeiten der Eurozone ganz grundsätzlich auf stärkere Füße stellen würden. Hier gibt es allerdings auch kaum Signale, die Hoffnung schüren.

Anleger müssen sich also bis auf weiteres mit dem Niedrigzinsumfeld auseinandersetzen. Grundsätzlich bietet es sich an, auf Assetklassen zu setzen, die wiederum von einem längerfristig niedrigen Zinsumfeld profitieren. Hierzu zählen klar Aktien. Unternehmen profitieren von günstigen Refinanzierungskosten und die zunehmende Alternativlosigkeit von Aktien im Bereich der Altersvorsorge sorgt dafür, dass Aktien selbst bei teuren Bewertungen noch ein sinnvolles Investment darstellen können – vor allem langfristig. Hinzu kommt, dass Aktien, sollte die Inflationsrate irgendwann doch wieder deutlicher steigen, im Vergleich zu Rentenpapieren mit einer hohen Wahrscheinlichkeit besser abschneiden werden.

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10-year government bond yield

Past performance is no indicator of future performance.

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Quelle: Thomson Reuters Datastream, Stand: Januar 2017.

Anlageideen

Staatsanleihen sind vom Niedrigzinsumfeld am stärksten betroffen. Auf der Rentenseite kann alternativ auf Unternehmensanleihen gesetzt werden. Für in Euro-lautende Titel mit Investment Grade kann der iShares Core Euro Corporate Bond UCITS ETF eingesetzt werden. Für Ertragschancen mit höherem Risiko kann der Fokus auch auf die niedrigeren Ratingstufen durch den iShares Euro Corporate Bond BBB-BB UCITS ETF gelegt werden. Bitte beachten Sie, dass mit der Investition in Unternehmensanleihen immer ein höheres Zins – und Kreditrisiko in Folge von Zahlungsunfähigkeit der Unternehmen verbunden ist.

iShares Core Euro Corporate Bond UCITS ETF

iShares Euro Corporate Bond BBB-BB UCITS ETF

Obwohl die in diesem Dokument enthaltenen Informationen aus Quellen stammen, die als zuverlässig gelten, übernehmen wir keine Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Zuverlässigkeit dieser Informationen, und eine Anlageentscheidung sollte sich nicht allein auf diese Informationen stützen. Alle Meinungen und Schätzungen in diesem Dokument spiegeln unsere Beurteilung bei Redaktionsschluss wider, können ohne vorherige Ankündigung geändert werden und beruhen auf Annahmen, die sich möglicherweise nicht als zutreffend erweisen. Das vorliegende Material ist nicht als verlässliche Prognose, Untersuchung oder Anlageberatung zu verstehen und ist keine Empfehlung, Angebot oder Werbung für den Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder für eine bestimmte Strategie. Wir empfehlen nachdrücklich, dass Sie sich vor einer Finanzanlage professionell beraten lassen.

Risiken

Das vorliegende Material ist nicht als verlässliche Prognose, Untersuchung oder Anlageberatung zu verstehen und ist weder eine Empfehlung noch ein Angebot für den Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder für eine bestimmte Strategie. Wir empfehlen nachdrücklich, dass Sie sich vor einer Finanzanlage professionell beraten lassen. Eine Finanzanlage ist typischerweise mit gewissen Risiken verbunden. Der Wert einer Anlage sowie das hieraus bezogene Einkommen können Schwankungen unterliegen und sind nicht garantiert. Es besteht die Möglichkeit, dass der Anleger nicht die gesamte investierte Summe zurückerhält. Vergangene Wertentwicklung, Simulationen oder Prognosen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung und sollten bei der Auswahl eines Produkts nicht als alleiniges Kriterium herangezogen werden. Sowohl die Höhe der Steuer als auch ihre Berechnungsgrundlage können sich in der Zukunft ändern, beide sind außerdem abhängig von den persönlichen Verhältnissen des Anlegers. Es gibt keine Garantie dafür, dass Investitionen in Finanzmärkten einen wirksamen Schutz gegen Inflation bieten.

Anleger sollten ihre Investmententscheidungen auf Grundlage des laufenden Verkaufsprospekts, der jüngsten Jahresberichte sowie dem Dokument mit den wesentlichen Anlegerinformationen, die auf unserer Website in deutscher Sprache erhältlich sind, treffen. Die wesentlichen Anlegerinformationen zu den einzelnen Fonds finden Sie hier.

*BlackRock ist der führende ETF-Anbieter weltweit: Mit mehr als 800 ETFs und einem weltweit in ETFs verwalteten Vermögen von mehr als 1,9 Billionen US-Dollar. Keiner anderen Vermögensberatung weltweit wird mehr Geld anvertraut als BlackRock mit einem verwalteten Vermögen von insgesamt 6,52 Billionen US-Dollar (BlackRock, Stand: 31. März 2019).