Monatsrückblick April

Dr. Martin Lück
Dr. Martin Lück
Leiter Kapitalmarktstrategie bei BlackRock

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Kein Aprilscherz:
Öl zum weniger-als-null-Preis

In 90 Sekunden: April 2020

Die Märkte im April

Wer im vergangenen Monat lediglich auf die Aktienpreise schaute, konnte den Eindruck einer kerngesunden Wirtschaftstätigkeit gewinnen. Von Coronakrise keine Spur. In den Vereinigten Staaten legte der S&P 500 im Monatsverlauf um knapp 13% zu, der DAX schaffte immerhin gut 9%. Auch anderswo in der Welt lagen die meisten Aktienbarometer im Plus. Verrückte Welt in Zeiten von Corona.

Die Beruhigung der Aktienmärkte, Folge beispielloser Stützungspakete seitens Geld- und Fiskalpolitik, schlug sich auch in der Volatilität nieder. Das US-Schwankungsmaß VIX ging mit etwas über 50 in den April hinein und mit rund 34 wieder heraus. Das ist zwar erheblich weniger volatil als noch im wilden März, aber die Schwankungsintensität amerikanischer Aktien lag damit immer noch mehr als doppelt so hoch wie im Durchschnitt der vergangenen Jahre.

Schaut man etwas genauer hin, offenbart sich der unwirkliche Zustand, in dem sich die Finanzmärkte auch nach Ablauf des bemerkenswerten April immer noch befinden. Zum Ende des Monats fiel die Jahresveränderungsrate der Gewinnaussichten für den S&P 500 auf rund -17%, was in Kombination mit dem oben angesprochenen Kursanstieg eine drastische Ausweitung des Kurs-Gewinn-Verhältnisses bedeutete. Zum ersten Mal seit fast genau 18 Jahren waren Ende April Investoren bereit, für amerikanische Aktien wieder ein Gewinnvielfaches von etwa 20 zu zahlen. Der darin abgebildete Optimismus kontrastiert scharf mit den Aussichten für die US-Volkswirtschaft. Allein im April beantragten fast 27 Millionen US-Amerikaner Arbeitslosengeld, und in den nächsten Wochen dürften es noch wesentlich mehr werden. Volkswirte amerikanischer Investmentbanken veranschlagen die Kontraktion des BIP allein im zweiten Quartal auf bis zu 30%. Und angesichts der nach wie vor hohen Infektionszahlen mit Covid-19 und einer politischen Führung, die mit erratisch eher wohlwollend beschrieben ist, erscheint nicht absehbar, wann die größte Volkswirtschaft der Welt zum Normalbetrieb zurückkehren wird. Erste Belege für den Neustart aus China, unter den großen Volkswirtschaften Vorreiter im Corona-Lockdown, deuten darauf hin, dass die Normalisierung viel länger dauern dürfte als bis dato von vielen unterstellt. Im April hat sich etwa der Flugverkehr innerhalb Chinas nur auf weniger als 30% seines Niveaus von Anfang Januar erholt.

Dass die Zeiten eher ungewöhnlich sind und die Lage keineswegs so gut wie die Aktienpreise vermuten lassen, verdeutlicht auch ein Blick auf die Rentenmärkte. Hier haben Streitigkeiten um die Verteilung der Finanzierungslasten innerhalb von Europa, in erster Linie also die unselige Debatte um Coronabonds, über den Verlauf des April zu einer Ausweitung der italienischen Risikoaufschläge um rund 35 Basispunkte geführt. Auch Gold hat sich im Monatsverlauf um knapp 6% verteuert, Anzeichen einer nach wie vor auf Risikominimierung abzielenden Positionierung vieler Anleger. Womit im Umkehrschuss zu konstatieren ist, dass die Rally an den Aktienmärkten zu allererst auf die wirtschaftspolitischen Maßnahmen seitens Regierungen und Zentralbanken zurückzuführen ist.

Ebenfalls in den April fällt ein Ereignis, welches es in der Wirtschaftsgeschichte zuvor nie gegeben hatte. Am 20.04. fiel der Preis für ein Fass der Ölsorte Western Texas Intermediate (WTI) auf rund minus 40 Dollar. Grund war ein Überangebot an Öl bei gleichzeitigem Mangel an Speicherkapazität - einen Tag vor Ablauf des Mai-Futures-Kontraktes. Auch wenn es sich hierbei um eine technisch bedingte Verzerrung handelte, verdeutlicht dieser Preiseinbruch die Wucht des globales Nachfrageeinbruchs und die im Vergleich dazu bescheidene Dämpfung des Angebots. Ölanalysten schätzen, dass weltweit gegenwärtig nur 70 Millionen Barrel pro Tag gebraucht werden. Selbst wenn, wie in den jüngsten Absprachen der größten Förderländer festgelegt, die übliche Produktion von rund 100 Millionen Barrel um 10% gekürzt wird, bleibt ein riesiger Angebotsüberhang. Entsprechend beendeten auch andere Ölsorten, die gar nicht von dem Speicherproblem für WTI betroffen waren, den Monat bei schwachen Notierungen. Die Nordseesorte Brent ging immerhin bei 25,50 Dollar pro Barrel aus dem Handel, was gegenüber dem noch schwächeren Ende des Vormonats sogar ein Plus darstellte.

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Risiken

Das vorliegende Material ist nicht als verlässliche Prognose, Untersuchung oder Anlageberatung zu verstehen und ist weder eine Empfehlung noch ein Angebot für den Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder für eine bestimmte Strategie. Wir empfehlen nachdrücklich, dass Sie sich vor einer Finanzanlage professionell beraten lassen. Eine Finanzanlage ist typischerweise mit gewissen Risiken verbunden. Der Wert einer Anlage sowie das hieraus bezogene Einkommen können Schwankungen unterliegen und sind nicht garantiert. Es besteht die Möglichkeit, dass der Anleger nicht die gesamte investierte Summe zurückerhält. Vergangene Wertentwicklung, Simulationen oder Prognosen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung und sollten bei der Auswahl eines Produkts nicht als alleiniges Kriterium herangezogen werden. Sowohl die Höhe der Steuer als auch ihre Berechnungsgrundlage können sich in der Zukunft ändern, beide sind außerdem abhängig von den persönlichen Verhältnissen des Anlegers. Es gibt keine Garantie dafür, dass Investitionen in Finanzmärkten einen wirksamen Schutz gegen Inflation bieten.

Anleger sollten ihre Investmententscheidungen auf Grundlage des laufenden Verkaufsprospekts, der jüngsten Jahresberichte sowie dem Dokument mit den wesentlichen Anlegerinformationen, die auf unserer Website in deutscher Sprache erhältlich sind, treffen. Die wesentlichen Anlegerinformationen zu den einzelnen Fonds finden Sie hier.

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